Berlin 2018

Wie auch letztes Jahr hat unser Bundestagsabgeordneter, Dirk Heidenblut, wieder ein paar Schüler*innen unserer Schülervertretung zu einem informativen und historischen Programm nach Berlin eingeladen. Mitgefahren sind insgesamt 17 Schüler*innen und zwei begleitende Lehrkräfte, darunter Herr Klein und Frau Ginkel, welche die SV-Lehrerin Frau van Zandt vertreten hat.

Am 18. April fuhren wir in Essen am Hauptbahnhof los und kamen gegen Mittag in Berlin an, wo Herr Heidenblut uns am Bahnhof empfing. Der erste Programmpunkt, zu welchem Herr Heidenblut uns begleitete, war der Besuch des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz. Dort lernten wir nicht nur etwas über die Aufgaben des Ministeriums oder über die derzeitige Ministerin, Dr. Katarina Barley, sondern auch über das Gebäude und dessen Geschichte. Das Gebäude und die in der direkten Umgebung bis zum Gendarmenmarkt waren bis zur NS-Zeit von jüdischen Kaufmännern und Webern genutzt worden, um Kleidung herzustellen. Diese war lange Zeit angesagter als die der Pariser und mit dem Einführen von Konfektionsgrößen (S, M, L etc.) wurde die Mode massentauglich. Nach einer Führung durch das architektonisch interessante Gebäude, wo übrigens im November 1989 bei der historischen Pressekonferenz von Günter Schabowski bekannt gegeben wurde, dass die Grenzen offen seien, sind wir schließlich mit dem Bus zum Hotel gefahren.
Danach gingen wir mit den anderen der Reisegruppe Abendessen.

Es wäre keine so erlebnis- und eindrucksreiche Erfahrung gewesen, wären wir unter Leitung Herrn Kleins und Frau Ginkels nicht so viel gelaufen. Da das Hotel nicht stadtfern war, konnten wir Orte wie das KaDeWe, das Brandenburger Tor oder die Museumsinsel fußläufig gut erreichen.

Der nächste Tag hatte einen taffen Terminplan. Nach dem Frühstück ging es zum Tränenpalast, wo wir die Möglichkeit hatten, uns eine Ausstellung zu den damaligen Ost-West-Verhältnissen anzusehen. Die Ausstellung beinhaltete viele Originalstücke und ein Modell des Bahnhofs der Friedrichstraße zu DDR-Zeiten, an dem man sehr gut erkennen konnte, wie die Ostbürger von den Westbürgern fern gehalten worden sind.

Dann folgte der Besuch im Bundestag, vor welchem wir alle durch eine Sicherheitskontrolle mussten. Insgesamt verbrachten wir ca. 45 min auf der Besuchertribüne und hatten Glück, dass eine namentliche Abstimmung folgte, so füllten sich die Reihen des Bundestags und wir hatten unter anderem Andrea Nahles, Martin Schulz, Wolfgang Schäuble, zahlreiche Ministerinnen und Minister sowie natürlich Dirk Heidenblut gesehen. Bevor wir dann zur Kuppel hochgefahren sind, hatten wir noch Zeit, um mit Herrn Heidenblut über seine Aufgaben zu sprechen und Fragen zu stellen. Auf der Kuppel konnten wir einen Blick über das ganze Regierungsviertel und noch viel mehr genießen und nutzten die Gelegenheit, um mit ihm noch ein eigenes Gruppenbild zu machen.

Nach dem eindrucksreichen Besuch im Bundestag fuhren wir mit dem Bus zu dem Friedhof der Märzgefallenen von 1848. Dort wurden uns die Hintergründe und Ziele der Märzrevolution erläutert. Tatsächlich gibt es auch den Friedhof von damals noch, allerdings sind die Grabsteine nicht mehr an den Orten, an denen sie früher einmal gewesen sind, unter anderem auch aufgrund der NS-Zeit.

Nach dem Abendessen trafen wir uns mit Herrn Heidenblut am Gendarmenmarkt und gingen von da gemeinsam in eines der tausend Vapianos, wo wir für eine Weile gemeinsam zusammensaßen, bis wir dann zum Regierungsviertel gelaufen sind, um dort vor dem Abgeordnetenhaus an der Spree „Werwolf“ zu spielen.

Dieses Mal sind wir aber nicht zum Hotel zurückgelaufen, sondern nahmen die Bahn zur Erholung.

Am Freitag haben wir schließlich noch den Bundesrat besichtigt. Dieser kommt aber nur ca. 12 – 13 Mal im Jahr zusammen, weswegen zu unserer Besucherzeit keine Sitzung tagte. Anschließend gingen wir vom Alexanderplatz durch das Nikolaiviertel zum Humboldtforum, dort hörten wir uns die interessanten Hintergründe zum Berliner Schloss und zu dessen Neubau an.

Der Neubau des Schlosses beruht allein auf Spendengeldern. Ab einer Spende in Höhe von 50€ wird der Name des Spenders im fertigen Schloss durch eine Projektion gewürdigt.

Das Programm des Bundespresseamtes war für diesen Tag somit beendet. Unsere Gruppe begab sich danach zur Gedenkstätte des Deutschen Widerstands, wo uns eine interessante Führung durch Teile der Ausstellung erwartete. Hauptsächlich ging es dort um Jugendliche, welche mit ihren möglichen Mitteln gegen das Nazi-Regime kämpften. Viel Interessantes gab es auch über das geplante Attentat vom 20. Juli 1944 zu erfahren. An diesem Tag versuchten Spitzen der Wehrmacht Hitlers Regime, durch seine Tötung, ein Ende zu setzen, jedoch bekannterweise erfolglos.

Von da aus liefen wir dann zum Holocaust Mahnmal und kamen auf dem Weg bei einem weiteren Mahnmal, welches an die zur Zeit des Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen erinnern soll, vorbei. Daraufhin ist unsere Gruppe noch in die Gedenkausstellung gegangen, wo wir die Ausstellungsräume erkunden konnten.

Am späten Abend liefen wir noch die East-Side-Gallery entlang und bewunderten die Malereien an den stehengebliebenen Mauerstücken, über Kreuzberg liefen wir zurück zu unserem Hotel. Auf dem Weg kauften sich einige noch eine späte Mahlzeit bei Herrn Kleins geliebtem Curry 36 oder, für die Vegetarier unter uns, beim berühmten Gemüsedöner nebenan. So ging wieder ein erlebnisreicher Tag zu Ende.

Der letzte Tag war sehr entspannt, da wir an diesem lediglich eine Stadtrundfahrt mit einem sehr gut informierten Stadtführer machten. Bei dieser fuhren wir durch alle Orte, welche wir auch zu Fuß erkundet hatten sowie durch ein paar weitere. Einen Halt von ca. einer Stunde machten wir an der Bernauer Straße, wo ein Stück Grenzstreifen erhalten blieb, in dessen Umgebung sich ein großes Freilichtmuseum rund um das Thema der Ost-West-Teilung befindet, da die Mauer dort direkt vor Wohnhäusern erbaut worden ist.

Dann ging es auch schon zurück zum Hauptbahnhof, von welchem wir gegen kurz vor vier Berlin verließen.