Die Weimarfahrt 2017

Vom 10. bis zum 12. Februar 2017 waren wir, 27 Schüler der Sek II, begleitet von Frau Beirau-Müller und Herrn Albrecht in der Kulturstadt Weimar. Weimar ist für gewöhnlich aus dem Geschichtsunterricht bekannt, als historisch bedeutungsvoller Ort mitten in Thüringen. Und eben dies ist während der Fahrt besonders zum Vorschein gekommen. Die Programmpunkte involvierten stets beeindruckende Orte, aus den verschiedensten Epochen deutscher Geschichte, wie beispielsweise Goethes Wohnhaus.

 

Freitag

Um sieben Uhr ging es an der Schule mit dem Reisebus los. Da es noch relativ früh war, schliefen die meisten noch die erste Hälfte der Fahrt. Insgesamt dauerte die Fahrt nach Weimar ungefähr 6 Stunden, inklusive Pausen, sodass wir gegen 13 Uhr an der Jugendherberge in Weimar ankamen. Wir hatten noch genug Zeit die Zimmer zu beziehen und dann ging es schon los zur zweistündigen Stadtführung. Der Stadtführer hat uns die wichtigsten und beeindruckendsten Orte Weimars zu Fuß gezeigt und die Erzählung so lebhaft und interessant gestaltet, dass es uns nicht schwer fiel konzentriert zuzuhören, obwohl es eisig kalt war und alle gefroren haben. Der Mann wusste gefühlt alles über Weimar und konnte somit auch alle aufkommenden Fragen beantworten. Durch die Ausführungen des Stadtführers konnte man sich wirklich vorstellen, wie die Gesellschaft Weimars zu beispielsweise Goethes Zeit ausgesehen haben könnte.

Nach der Führung hatten wir alle Freizeit und konnten uns frei in Weimar bewegen. Wir hatten alle einen Stadtplan, doch den benötigten wir eigentlich nicht, da die Innenstadt Weimars relativ überschaubar ist und man viele Orte von der Führung wiedererkennen konnte.

Um 24 Uhr war laut Zeitplan Nachtruhe. Abends saßen wir im TV-Raum der Jugendherberge und haben Gesellschaftsspiele gespielt.

 

Samstag

Um 8.30 Uhr gab es Frühstück in der Jugendherberge, das wirklich zufriedenstellend war, da es eine große Auswahl gab. Im Anschluss ging es zur Gedenkstätte KZ Buchenwald, welche 8 km von Weimar entfernt auf dem Ettersberg liegt. Die Bäume waren schneebedeckt und es war noch kälter als am vorherigen Tag. Vor der Führung durften wir uns einen Film zur allgemeinen Geschichte des Konzentrationslagers ansehen. Die Führung durch die Gedenkstätte dauerte ebenfalls zwei Stunden und auch hier hatte der Mann, der die Führung geleitet hat, wirklich Ahnung von dem, was er erzählte. Mir persönlich ging die Führung und die Geschichte des Ortes ziemlich nahe, da wir knapp zwei Wochen zuvor erst am Holocaust-Gedenktag über die grausamen Taten und Verluste während des zweiten Weltkrieges gesprochen hatten. Die Gedenkstätte war für mich persönlich einer der eindrucksvollsten Orte der Fahrt.

Im Anschluss an den Besuch der Gedenkstätte sind wir wieder nach Weimar gefahren. Nach zwei Stunden Freizeit sollten wir selbstständig zur Anna Amalia Bibliothek kommen, welche wir am Freitag bereits von außen betrachtet hatten. Die freie Zeit verbrachte ich mit meiner Mitschülerin damit, die Stadt zu erkunden, Fotos zu schießen und eine Thüringer Bratwurst zu essen (welche übrigens wirklich lecker war). Auch die einstündige Führung in der Bibliothek wurde von einer begeisterten Angestellten der Bibliothek geleitet. Man konnte ihr ihre Zuneigung zu Büchern wortwörtlich ansehen, weswegen es auch Spaß gemacht hat, ihr zuzuhören. Den größten Eindruck in der Bibliothek hinterlässt meiner Meinung der Rokokosaal, in dem die alten Werke gelagert sind. Die Bilder im Internet sehen schon toll aus, doch als ich in den Saal getreten bin, war ich als Bücherliebhaberin zunächst sprachlos.

Im Anschluss hatten wieder bis 24 Uhr Freizeit laut Plan.

 

Sonntag

Am Sonntag war es am Morgen etwas hektischer. Nach dem Frühstück räumten wir die Zimmer und fuhren dann zu Goethes Wohnhaus. Die Führung geschah hier per Audio-Guide, weswegen jeder in seinem eigenen Tempo durch die Räume gehen und sich die Geschichte jedes Zimmers anhören konnte. Das Wohnhaus war äußerst interessant und wenn man bedenkt, dass Goethe seinerzeit in denselben Räumen war, sieht man das Haus mit anderen Augen. Nachdem wir in Goethes Wohnhaus waren, durften wir noch in das Goethe Nationalmuseum, welches persönliches Eigentum Goethes beherbergt. Es wurde teilweise Kleidung, aber auch seine persönlichen Forschungsmaterialien zur Farbenkunde und Geologie ausgestellt. Meines Erachtens konnte man durch die Ausstellung sogar mehr über Goethe erfahren als durch das Wohnhaus selbst.

Anschließend haben wir uns auf die Rückfahrt nach Essen begeben, doch mit einem Zwischenstopp in Eisenach auf der Wartburg. Wir mussten ungefähr einen Kilometer den Berg hoch laufen, was bei der Kälte nicht wirklich Spaß gemacht hat, doch die Aussicht vom Tor der Burg aus hat die Anstrengung aufgewogen. Die Führung dort dauerte eine Stunde, doch die Leiterin war so gehetzt, dass man sich die eindrucksvollen Räume gar nicht wirklich ansehen konnte. Dies ist auch mein einziger Kritikpunkt an der Fahrt: diese hetzende Führerin. Danach durften wir uns Martin Luthers Stube ansehen, in der er das Neue Testament der Bibel übersetzt hat. Trotz der schlechten Führung war dieser historische Ort sehr interessant und die Besichtigung hat sich gelohnt.

Es war zwar wirklich kalt während der gesamten Fahrt und man spürte teilweise seine Hände nicht mehr, doch es war erträglich. Auf dem Weg nach Hause war die Stimmung im Bus sehr heiter und es wurde nicht langweilig. Als wir um circa 20 Uhr an der Schule ankamen, waren die Meisten zwar ziemlich müde, doch die Fahrt hat sich alles in allem für mich gelohnt, alleine wegen der kulturellen und historischen Eindrücke, die man während der Fahrt sammeln konnte. Orte, die man sonst nur von Bildern im Geschichtsbuch sieht, im echten Leben zu sehen war wirklich einmalig.

 

Alexandra Pracht, Stufe EF