Praktikumserfahrungen

Die Polizei, dein Freund, Helfer und Arbeitgeber – Meine erste Praktikumswoche bei der Polizei in Essen.

Essen.5.2.2013 Montagmorgens 8:15 Uhr im Polizeipräsidium Essen, warteten vier neue Schülerpraktikanten gespannt und aufgeregt darauf, welche Erfahrungen sie in den nächsten zwei Wochen sammeln würden. Ich hatte vier Wochen vor Beginn des Praktikums einen Ablaufplan zugeschickt bekommen, trotzdem hatte ich keine Vorstellung davon, was mich erwarten würde. Man stellt sich die absurdesten Dinge vor, die man aus Serien und Filmen kennt, obwohl man weiß, dass das alles nur gespielt ist und in keinster Weise etwas mit der Realität zu tun hat.

Nacheinander stellten sich vier Beamte aus verschiedenen Dezernaten vor und berichteten uns von ihrem Arbeitsalltag bzw. ihren Aufgabenbereichen und wir erkannten, dass unsere Vorstellungen tatsächlich überhaupt nicht der Wahrheit entsprachen. Die Beamten erzählten uns von ihren interessantesten Fällen und klärten uns z.B. über das Thema Drogen auf. Dies hat mich auch am meisten beeindruckt, die organisierte Kriminalität (kurz „OK“) – hier geht es meist um Drogenfunde, Bandenkriminalität, also die „Hells Angels“ zum Beispiel. Um ca. 13:15 Uhr war der Tag mit sehr vielen Informationen,  die ich zu verarbeiten hatte, beendet.

Tag 2: Einsatzhundertschaft

Um 7:30 Uhr begann mein zweiter Praktikumstag bei der Einsatzhundertschaft in Essen-Kettwig. Wir neun Praktikanten, die zur Frühschicht eingeteilt waren, wurden neun verschiedenen Einsatzfahrzeugen zugeteilt. Ich begab mich mit fünf Beamten im Gebiet der Stadtmitte auf Streife.

Während der Schicht hielten die Beamten mehrere PKW an, weil deren Fahrer z.B. nicht angeschnallt waren oder mit ihrem Handy telefonierten oder sich auffällig im Straßenverkehr verhielten. Außerdem mussten sich die Beamten um eine hilflose Person (kurz „Hilo“) kümmern. Danach setzten wir die Streife fort. Auf der Rückfahrt zur Zentrale mussten die Beamten noch einen Autounfall aufnehmen.

Das Streifefahren insgesamt war sehr beeindruckend und interessant und ich hab auch sehr viel Spaß gehabt, da man sich auch persönlich unterhält, aber trotzdem hoch konzentriert ist. Ich wurde auch oft von meiner Familie und meinen Freunden gefragt, ob ich auch mal mit Blaulicht gefahren bin. Ich beantworte diese Frage dann immer mit einem Lächeln und erzähle von der Geschichte, in der ein Überfall auf eine Trinkhalle geschehen ist. Wir sollten nach verdächtigen Personen suchen. Wir entdeckten einen Passanten, der Ähnlichkeit mit der Personenbeschreibung hatte und vernahmen ihn. Währenddessen entdeckte ein Polizeibeamter jedoch den mutmaßlichen Täter in einem Fahrzeug. Nun wurde mir klar, wie sportlich man bei der Polizei sein muss. Wir sprangen in den Einsatzwagen, verfolgten den Täter und stellten ihn.  So hab ich mir auch insgesamt eine Streifenfahrt vorgestellt, abwechslungsreich und immer höchst abenteuerlich, das spannendste war, dass ich mit Aussteigen und zuhören durfte. Am Ende der Schicht bekamen alle Praktikanten einen Überblick über das Tätigkeitsfeld der Einsatzhundertschaft vorgetragen. Damit endete mein absolut toller zweiter Tag.

Tag drei: Abnahme des Sportabzeichens in Selm

Dieser Tag fiel leider aus. Wegen starken Schneefalls wurde ich von der Einstellungsberaterin für diesen Tag freigestellt.

Tag vier und fünf: Polizeiinspektion Mitte

Dienstbeginn, Spätdienst 14:00 Uhr Streifendienst

Die Fahrzeuge der Wache Steele fahren ihre Einsätze überwiegend  nach eingehenden Notrufen. An diesen zwei Tagen hatten wir Einsätze wegen häuslicher Gewalt, schwerer Autounfälle, Vermisstenmeldungen und Einbrüchen. Diese Streifenfahrten waren jetzt nicht so abenteuerreich wie bei der Einsatzhundertschaft, trotzdem fand ich es sehr interessant z.B. bei den Unfällen so hautnah dabei zu sein oder bei Zeugenaussagen zuzuhören. Diese zwei interessanten Tage endeten um 20:00 Uhr.

Durch den abwechslungsreichen und spannenden Tagesablauf bei der Polizei wurden mir die Tage nie lang und ich freue mich auf die zweite Woche meines Praktikums.

Julia Trappmann