Kennenlernfahrt der 5b/d nach Finnentrop-Heggen

Am Montag, 08.09.2014., fuhren die Klassen 5b (Frau Draude / Herr Fenske) und 5d (Frau Limbeck / Herr Kathstede) um 9.34 h auf Gleis 9 am Essener Hauptbahnhof Richtung Südsauerland ab. Nach einem Umstieg in Finnentrop und einem etwa 20-minütigen Fußmarsch (weitgehend bergauf J) kamen wir gegen 12 h in der Jugendherberge Heggen an. Im Anschluss an das Mittagessen und die Zimmerbelegung fanden zunächst einige kreative Spiele statt: So mussten die SchülerInnen in Kleingruppen mit Gegenständen aus der Natur zu vorgegebenen Themen (z. B. Tier / Erde / Luft / Pflanze etc.) auf dem Hof jeweils ein Mandala gestalten.

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Abends ging es dann bei Vollmond auf eine ca. 30-minütige Nachtwanderung. Da in den heutigen Handys mittlerweile fast standardmäßig die Taschenlampen-Funktion integriert ist, dienten diese als Lichtquelle für den Weg.

Dienstagsmorgens brachen wir bei bestem Wanderwetter (bedeckter Himmel, trocken) nach dem Frühstück mit einem Lunchpaket auf zur Tropfsteinhöhle in Attendorn. Der Weg führte vorbei am Gutshof der Familie von Spee, wo wir an der Zufahrt eine kurze Pause einlegten. Zufälligerweise sah uns die Gräfin, kam auf uns zu und fragte, ob sie uns den Innenhof zeigen solle. Sie erzählte uns dabei, dass das Hauptgebäude etwa 700 Jahre alt sei. Auch konnten wir einen Blick in die Hauskapelle werfen, in denen u. a. Heiligenbilder von Friedrich von Spee (Jesuit, der im 16. Jh. gegen die Hexenverfolgung eintrat) und Clemens August Kardinal von Galen (Prediger gegen das NS-Regime, Galens Mutter war Elisabeth, geb. Gräfin von Spee) an der Seitenwand hingen. Beide seien weitläufig mit der Familie verwandt, Kardinal von Galen habe sogar die Schwiegereltern der Gräfin in der Hofkapelle getraut.

Nach dem Aufenthalt auf dem Gutshof setzten wir unseren Weg fort, allerdings an einer Weggabelung – in gewisser Weise versehentlich – mit einer anderen Route. So gelangten wir nach einer Straße, die durch einen Wald führte, auf die Bundesstraße Richtung Attendorn, wo wir in einer Einerreihe auf einem schmalen Seitenstreifen weitermarschierten. Anschließend ging es über einen Campingplatz, dann durch ein Waldstück mit Trampelpfad, an einem steilen Abhang vorüber, dann über eine Wiese und anschließend an einem Maisfeld vorbei, von wo dann wieder befestigte Gehwege Richtung Attendorn führten. Schließlich kamen wir gegen Mittag an der – im Jahre 1907 bei Sprengungsarbeiten zufällig entdeckten – Höhle an. Die etwa 40-minütige Führung dort war überaus interessant. Man vermag sich kaum vorzustellen, dass ein Tropfstein in 10 Jahren nur 1 Millimeter wächst. Für einen Meter sind somit 10 000 Jahre nötig.

Nach einer längeren Mittagspause auf einem Spielplatz in der Nähe traten wir den Heimweg an – diesmal allerdings über die korrekte Strecke (Fahrrad- / Fußweg). Die Länge betrug etwa 7 km. So kamen wir gegen 18 h wieder an der Jugendherberge an. Der Abend wurde abgerundet durch ein Lagerfeuer – und eine recht schnell eintretende Nachtruhe, die wohl auch Folge der langen Wanderung war.

Am Mittwoch ging es nach dem Abziehen der Betten, dem Frühstück und dem Aufräumen der Zimmer und der Wanderung (diesmal also bergab) zum Bahnhof und um 10.36 h ab Heggen mit dem Zug zurück, so dass wir pünktlich um 12.29 h mit allen SchülerInnen heil und gesund auf Gleis 9 am Essener Hauptbahnhof ankamen.

Trotz mancher Anstrengungen – insbesondere bei der Wanderung – kann man sicher festhalten, dass es eine erlebnisreiche Fahrt war, die sich gelohnt hat!

 

Georg Kathstede