„MitMach-AGs“ an Essener Schulen – Stadt Essen und Ehrenamt Agentur Essen fördern Engagement und Müllvermeidung 

„MitMach-AGs“ an Essener Schulen – Stadt Essen und Ehrenamt Agentur Essen fördern Engagement und Müllvermeidung 

Durch die „MitMach-AGs“ werden schon heute die Engagierten von morgen angesprochen und Kinder und Jugendliche – insbesondere aus engagementfernen Milieus – fürs Ehrenamt begeistert. Von September 2018 bis August 2019  haben die Stadt Essen, Stabsstelle Sauberkeit und Ordnung – Essen bleib(t) sauber! und die Ehrenamt Agentur Essen e. V. erfolgreich „MitMach-AGs“ mit dem Schwerpunkt Umweltengagement und Müllvermeidung an drei Essener Schulen durchgeführt. Das Angebot soll ausgebaut werden, wofür es Förderer braucht.

Müllvermeidung geht schon die Jüngsten an. Und nur wer Zusammenhänge versteht, kann sein (Konsum-)Verhalten ändern. Gemeinsam mit dem Projekt „Essen bleib(t) sauber!“ und der Ehrenamt Agentur Essen e. V. ist daher ein umweltorientiertes Lern- und Aktionsprogramm entwickelt worden, mit dem gleichzeitig ehrenamtliches Engagement angeregt wird. In Form von außerunterrichtlichen „MitMach-AGs“ wurden Schülerinnen und Schüler zwischen sechs und zwölf Jahren (1.-6. Klasse) über den Zeitraum eines Schulhalbjahres am Gymnasium Nord-Ost, der Förderschule Parkschule und der Bergmühlengrundschule befähigt, in ihrem Alltag Verantwortung zu übernehmen und als Multiplikatoren in ihrem Familien- und Freundeskreis zu wirken.

Bewusstsein ändern

„Beim Thema Sauberkeit sind wir alle gefragt. Deshalb ist es wichtig, dass schon junge Essenerinnen und Essener Verantwortung für ihre Umwelt und ihr direktes Umfeld übernehmen. Mit den ‚MitMach-AGs‘ wird der kluge und ganzheitliche Ansatz verfolgt, die Umwelt- und Abfallerziehung mit der frühen Förderung von Bürgerengagement zu verbinden.“, lobt Oberbürgermeister Thomas Kufen die gelungene Kooperationsarbeit.

Zum einen werden die Kinder an eine Tätigkeit im Ehrenamt, zum anderen an die Themen Müllvermeidung, verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt und richtiges „Müllverhalten“ herangeführt. Dies lernten sie lebensnah durch z. B. die Besichtigung eines EBE-Betriebshofes, das Malen von Umwelt-Plakaten für die ganze Schule, die Herstellung von Naturkosmetik oder das Aufspüren von unnötigem Verpackungsmüll. Ziel der Praxiseinheiten neben dem Unterricht war, bei den Kindern ein Bewusstsein für ihre direkte Umgebung und vor allem für eine saubere Umwelt zu schaffen.

Zusammenhänge verstehen

„Das Trennen von Müll und idealerweise die Vermeidung von Abfall plus Ideen für Upcycling standen im Fokus unserer AGs, bei denen die Schüler ganz aktiv mitgestaltet haben. Beispielsweise unter dem Motto ‚Trash and Fashion‘ haben die Teilnehmer des Gymnasium Nord-Ost aus Verpackungsmüll Kleidung designt und die Ergebnisse fotografisch festgehalten. Wir ermutigen die Teilnehmenden aktiv die Gesellschaft zu verändern. Ein kleiner Schritt kann sein, statt Alufolie langlebigere Pausenbrotdosen zu nutzen. Über die interessierte Auseinandersetzung mit der Ressource Müll stoßen wir an, einmal über das eigene Konsumverhalten nachzudenken“, erklärt Angie Landes, Projektkoordinatorin der „MitMach-AGs“.

Engagement früh fördern

Udo Brennholt, Schulleiter des Gymnasium Nord-Ost beobachtet die positiven Effekte der Engagementgruppen: „Als sinnvolle Ergänzung zu unserem Unterricht setzen die ‚MitMach-AGs‘ auf spielerische Weise neue Impulse, sich zu engagieren. Bewiesenermaßen engagieren sich Erwachsene eher, wenn sie bereits in jungen Jahren die Möglichkeiten kennenlernen, wie sie selbst wirksam werden und Gesellschaft mitgestalten können.“ Gerne würde die Schule das Angebot ausbauen und auch mit Ende der Projektphase verstetigen. Dafür fehlen Ressourcen.

Verstetigung geplant

Alle Essener Schulen werden in den nächsten Wochen einen von der Ehrenamt Agentur entwickelten Praxisleitfaden der „MitMach-AGs“ erhalten. So können erprobte Lerneinheiten zu Müllvermeidung und Upcycling in den Unterricht oder AGs selbstständig von den Schulen übernommen werden.

„Lernen durch Engagement“ ist eine von der Stiftung Lernen durch Engagement entwickelte Lehr- und Lernform, die fachliches Lernen und gesellschaftliches Engagement verbindet. Die Ehrenamt Agentur setzt diese seit 2015 als zertifiziertes Kompetenzzentrum im Netzwerk „Service-Learning – Lernen durch Engagement” an Essener Schulen um.

Der Schule kommt hierbei eine Schlüsselrolle zu, da sie auch sozial und ökonomisch benachteiligte Kinder und Jugendliche erreicht. Lange Zeit galt in der Forschung, dass engagierte Eltern den Ausschlag für das spätere Engagement ihrer Kinder geben. Heute weiß man, dass die häufigsten Zugänge ins Ehrenamt über schulische Projekte oder den Freundeskreis erfolgen.

Über die Erfahrung des „Lernen durch Engagement“ werden die Persönlichkeitsentwicklung und Widerstandsfähigkeit gestärkt, sowie fachliches Lernen und Sozialkompetenzen gefördert.

Verstetigung braucht Förderer

Damit professionell angeleitete Engagementförderung in ganz Essen zum Tragen kommt, braucht es Förderer. Hier wünschen wir uns von der lokalen Politik und den Bezirksvertretungen Unterstützung, um in allen Stadtteilen ‚MitMach-AGs‘ anbieten zu können“, so Angie Landes von der Ehrenamt Agentur Essen. Den Schulen fehlen neben den zeitlichen und personellen Ressourcen auch das methodische Wissen und die Erfahrung, um die Qualitätsstandards des „Lernens durch Engagement“ erfolgreich umzusetzen. Die Ehrenamt Agentur Essen e. V. kann dies in Kooperation mit den Schulen leisten.

Die Ehrenamt Agentur

  • entwickelt mit den Kindern und Jugendlichen einen realen gesellschaftlichen Bedarf für ihr Engagement
  • befähigt Kinder und Jugendliche zu gesellschaftlicher Beteiligung
  • plant und reflektiert regelmäßig gemeinsam ihre Engagement-Projekte
  • baut die Brücken zu gemeinnützigen Organisationen
  • würdigt das junge Engagement und gibt konstruktives Feedback

Zum Hintergrund

Das Projekt „Essen bleib(t) sauber!“ wird von vielen Partnern mitgetragen. Unterschiedliche Bereiche der Verwaltung, wie das Ordnungsamt, Grün und Gruga, das Amt für Straßen und Verkehr, das Amt für Geoinformation, Vermessung und Kataster, die Ausbildungsfirma „InOffice“ oder das JobCenter Essen unterstützen den von Oberbürgermeister Thomas Kufen initiierten „Aktionsplan Sauberkeit“. Mit dabei sind auch Partner aus dem Konzern Stadt Essen, wie die Essener Arbeit Beschäftigungsgesellschaft mbH (EABG), die Entsorgungsbetriebe Essen GmbH (EBE) und die Ehrenamt Agentur Essen e. V.