SV in Berlin

Ein Teil der Schülervertretung des GENO wurde auch in diesem Jahr wieder vom Bundestagsabgeordneten Dirk Heidenblut nach Berlin eingeladen.

Die 15 SV-Schülerinnen und Schüler fuhren, als Teil einer größeren Reisegruppe, welche aus insgesamt 50 Personen bestand, gemeinsam mit den SV-Verbindungslehrern Frau Van Zandt und Herrn Klein vom 03.04.2019 bis zum 06.04 2019 in die Bundeshauptstadt.

Tag 1: Schon am Hauptbahnhof Essen war schnell klar, dass ein Teil der großen Gruppeeine lustige Karnevalstruppe aus Essen ist, mit denen man in den nächsten Tagen viel Spaß haben wird.

Dies begann schon bei der Hinfahrt auf der viel und laut gesungen wurde. Von „Atemlos“ bis zum Steigerlied war alles dabei. Angekommen in Berlin ging es direkt zum ersten Programmpunkt: dem Museum für Film und Fernsehen im Sony Center.

Dort erwartete die Gruppe eine Ausstellung der deutschen Filmgeschichte. Angefangen mit Fritz Langs Werk „M-Eine Stadt sucht einen Mörder“ bis hin zur heutigen Moderne war alles dabei.

Nach einem leckeren Essen und dem Check-In ging es am späten Abend durch das aufregende Berlin zum Abgeordnetenbüro von Herrn Heidenblut. Nach einer netten Gesprächsrunde führte uns dieser durch die unterirdischen Gänge in weitere Abgeordnetenhäuser und in den Bundestag, inklusiver einer abendlichen Kuppelbesichtigung und Probesitzen im Fraktionssaal der SPD.

Tag 2: Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück schon früh los zur Gedenkstätte Berliner Mauer, wo der Gruppe ein besseres Bild der Lebensbedingungen in der Nähe der Mauer vermittelt wurde.

Anschließend machte sich die Reisegruppe auf den Weg in Richtung des Bundestages, damit zunächst gegessen und dann eine spannende Plenarsitzung besucht werden konnte. Eine einzigartige Erfahrung für einen Großteil der Gruppe! Die Gruppe hatte dann noch die Möglichkeit, Fragen an Dirk Heidenblut zu stellen und mit diesem ins Gespräch zu kommen. Da durften dann natürlich auch einige gemeinsame Bilder an der Kuppel des Bundestages nicht fehlen!

Auch im Tränenpalast konnte man neue Sachen lernen. Begeistert und interessiert schaute sich die SV  Gegenstände und Informationen, die dort ausgestellt waren, an.

Um die Stadt noch besser erkunden zu können und auch um ein wenig zu entspannen, fuhr die SV am Nachmittag noch mit einem Boot über die Spree, wo man den Erklärungen zur Stadt lauschen und die frische Luft genießen konnte.

Doch auch das Holocaust Mahnmal sowie das Informationszentrum unter dem Mahnmal wurden besichtigt. Dort konnte man über die Schicksale der unterschiedlichsten Familien lesen und hören. Erst dann wurde einem wirklich klar, was genau im Rahmen des Holocausts passiert ist und welches Ausmaß das alles hatte. Fürchterliche Geschehnisse, die man sich ohne solche Informationen nicht ausmalen kann.

Dann ging es für die SV zu Fuß weiter durch die Hauptstadt, um unter anderem die Bismarck-Statue und das Schloss Bellevue zu besichtigen.

Tag 3: Angefangen hatte der Tag mit einer Führung durch das Deutschlandradio ,,Deutschland funk“, wo die SV beispielsweise die Fahrzeuge, in denen die Moderatoren und Techniker zu einigen Events fahren, mit ihrer Ausstattung sehen konnten sowie ein ehemaliges altes Studio des RIAS, welches noch im US-Amerikanischen Stil erhalten war, erblicken durfte.
Nach dieser Führung wurde die Reisetruppe zum Besucherzentrum des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefahren, wo man über das Bundesministerium informiert wurde. Dort gab es auch die Chance, einige Fragen an den Leiter der Zentralabteilung, Dirk Meyer, zu stellen, welche man mehr oder weniger beantwortet bekamen.
Daraufhin begann eine Stadtrundfahrt, bei der jeder etwas über die Gebäude oder bestimmte Straßen lernte. Diese Stadtrundfahrt führte die Reisetruppe mit einigen Umwegen zu dem nächsten Ziel: das Bundeskanzleramt. Im Rahmen der Führung konnte man einige Einblicke erlangen und lernte einige neue Sachen kennen.
Mit dem Ende dieser Führung endete auch das Programm der gesamten Reisetruppe. Jedoch startete danach das Programm der SV. Zusammen mit den Verbindungslehrern liefen die Schüler durch Berlin und auch an der East Side Gallery entlang, wo man viele schöne Kunstwerke, deren Bedeutungen tiefgründiger sind als sie anfangs scheinen, betrachten konnten. Da es bereits dunkel war, wirkte diese Mauer mit ihren Kunstwerken eindringlicher. Das Licht der Laternen beleuchtete die Mauer und die Kunstwerke erhoben sich stärker. Die Bedeutung kam besser zur Geltung und sie hatten eine fesselnde Wirkung auf einen.

Tag 4: Der letzte Tag der Reise begann mit einer Führung durch die Gedenkstätte an der Lindenstraße (ehem. Stasi-Gefängnis) in Potsdam. Dort wurde die Reisegruppe von einem Zeitzeugen begleitet, der über seine Erlebnisse berichtete und die Zeit in der DDR näherbrachte. Er erklärte wie das System funktionierte und wie die Menschen in der Institution psychisch gebrochen wurden, beispielsweise fing es damit an, dass die Insassen nie wussten, wo sie sind, da sie durch eine mehrstündige Fahrt in einem unbelichteten Transporter die Orientierung verloren. Auch durch die Tatsache, dass die Insassen nie Kontakt zu anderen, außer zu ihrem Zellennachbarn, hatten, brachte sie um den Verstand. In dem Gebäude wurde schnell klar, dass die Zeit in dem Gefängnis sehr hart und menschenverachtend war.
Der Zeitzeuge verabschiedete die Gruppe mit Worten, bei denen man nachzudenken begann. Diese Worte so zu wiederholen, wie er sie aussprach, wäre sinnlos. Sie würden ihre Bedeutung verlieren. Er, ein ehemaliger Gefangener, der so viel erleiden musste, setzt sich für die Menschheit ein, während andere in seiner Haut daran zu Grunde gegangen wären. Die Ernsthaftigkeit, die in diesem Moment in seiner Stimme lag, ließ einen erschaudern. Dieser Mann erlitt eine Menge und hat ein Teil seiner Freiheit, die ihm früher genommen wurde, wiedererlangt. Und dennoch wird deutlich, dass er noch immer nicht an dem Punkt angekommen ist, an dem er die Menschheit gerne hätte. Der Kampf nach Freiheit und Frieden scheint für ihn nie zu enden, doch es ist wichtig für ihn, dass jeder versucht, an diesem Kampf mitzuwirken, um diesem irgendwann ein Ende zu setzen und um zu zeigen, dass jeder, der einst dafür kämpfte, dies nicht umsonst tat.

Heute können wir froh sein, dass wir in einer solchen Gesellschaft leben, die uns wenigstens ein paar mehr Rechte zuschreibt, als in der damaligen. Doch dieses Glück haben noch immer nicht alle Menschen auf der Welt. Wir Jugendlichen sind die Zukunft und müssen noch immer für Freiheit und bestimmte Rechte kämpfen – für uns und für die anderen. Dies wurde uns an diesem Tag noch einmal vor Augen geführt.

Nach dieser ergreifenden Führung trat die gesamte Reisegruppe die Rückreise an. Noch immer erdrückt von den Gefühlen, die teilweise hochkamen, lockerte sich diese Anspannung während der Fahrt zum Berliner Hauptbahnhof, wodurch die Zugfahrt genauso stimmungsvoll war, wie die Hinfahrt. Doch die Worte des Mannes, die wir an dem Tag hörten, werden noch länger in unseren Köpfen bleiben. Sie werden uns bei einigen unsere Entscheidungen beeinflussen und begleiten.

Für die SV

Sophia Groß-Isselmann, Nicola Tomeczek und Chiara Benedum