Projektkurs „Sozialpraktikum“

Im letzten Jahr wurden zum ersten Mal mehrere Projektkurse, die als Ersatz für die Facharbeit dienten, angeboten. Einer dieser Projektkurse war das Sozialpraktikum. In diesem Projektkurs absolvieren die Schülerinnen und Schüler ein einjähriges Praktikum für jeweils zwei Stunden pro Woche in einer sozialen Einrichtung. Dies kann zum Beispiel in einem Altenheim, einem Kindergarten oder in einem Jugendhaus absolviert werden. Neben den zwei Stunden, die es zu absolvieren galt, mussten die Schülerinnen und Schüler auch eine Projektmappe anlegen. In dieser wurden verschiedene Inhalte präsentiert, um den betreuenden Lehrern die geleistete Arbeit und die Einrichtung, in der das Praktikum durchgeführt wurde, näher zu bringen. Außerdem sollten die Schülerinnen und Schüler auch ein Projekt durchführen und dieses dann in der Projektmappe dokumentieren.

Wir, das sind Aiche K und Adriana A., haben uns beide für das Jugendzentrum entschieden. In den Jugendzentren waren die Aufgaben ähnlich: Spiele spielen, malen, basteln und bei gutem Wetter mit den Kindern an die frische Luft gehen. Was auf den ersten Blick ziemlich einfach klingt, erwies sich als ziemlich anspruchsvoll, zeitweise sogar anstrengend. Zwei Stunden pro Woche galt es die Kinder zu entertainen, unabhängig davon, ob man einen guten oder einen schlechten Tag hatte. Die Kinder wollten spielen, lachen, malen und sich unterhalten. Sich den fremden Kindern zu öffnen war nicht immer leicht, denn es war anders als sich mit den Geschwistern zu unterhalten. Nach einiger Zeit jedoch sind uns beiden die Kinder ans Herz gewachsen. Man konnte fast schon sagen, dass wir neue kleine Freunde gefunden haben. Es war ein schönes Gefühl in die Einrichtung zu kommen und zu sehen, dass es die Kinder freut, dass man dort ist.

Aber hat uns das Sozialpraktikum etwas gebracht? Haben wir etwas gelernt? Würden wir es weiter empfehlen? Alle drei Fragen würden wir eindeutig mit „Ja“ beantworten. Auch wenn es so scheint, als wäre es einfach mit den Kindern Zeit zu verbringen, lässt sich sagen, dass es eine völlig neue Erfahrung ist. Man hat die Möglichkeit, Dinge auszuprobieren, die man sonst nie machen würde. Denn wann spielt man schon Lotti-Karotti, Plitsch Platsch Pinguin und Wer ist es? Vor allem: Wann hat man die Möglichkeit Kinder aus der Perspektive eines Erziehers, anstatt aus der Perspektive der Schwester oder des Bruders zu sehen? Die Antwort ist: selten. Deswegen raten wir allen Schülerinnen und Schülern, die neue Erfahrungen machen wollen und mehr über sich und über andere erfahren wollen, den Projektkurs „Sozialpraktikum“ zu wählen. Es ermöglicht völlig neue Sichtweisen über sich und über seine Mitmenschen. Das, was ihr beim Sozialpraktikum lernt, werdet ihr nicht im Geschichts-, Mathe-, und Sportunterricht lernen!

Adriana Aslani und Aiche Khodr